Dr. Gunhild Berg

Mit der Erfahrung als Germanistin an in- wie ausländischen Universitäten bin ich überzeugt, dass die Zukunft der Germanistik als Universitätsfach vom heutigen Engagement für die Lehramtsstudiengänge der Deutschdidaktik abhängt. Die Digitalisierung der Lehramtsstudiengänge aus der Germanistik heraus zu gestalten, begreife ich daher als Chance für das Fach. [D-3] bietet mir die Möglichkeit, eine germanistische E-Didaktik nicht als Oktroi politischer, fachfremder oder gar kommerzieller Interessen, sondern aus den fachdidaktischen Potentialen und Bedarfen des Faches selbst heraus – theoretisch fundiert wie praktisch erprobt – mitzuentwickeln.

Kurzvita:
• seit Oktober 2017 wiss. Mitarbeiterin als Projektleitung im [D-3] Projekt an der MLU Halle-Wittenberg
• 2013-2017 Universitätsassistentin (Postdoc) am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck
• 2011-2017 Leiterin des selbst eingeworbenen DFG-Projekts „‚Versuch‘ und ‚Experiment‘. Konzepte des Experimentierens zwischen Naturwissenschaft und Literatur (1700-1960)“
• 2010 Scholar in Residence am Deutschen Museum München
• 2009-2013 Fellow am Zukunftskolleg und Lehrbeauftragte am FB Literaturwissenschaft der Universität Konstanz
• 2007-2008 Postdoc-Stipendiatin am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin
• 2006-2007 Stipendiatin am Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt und an den Franckeschen Stiftungen, Halle
• 2005-2006 und 2012 Honorary Research Fellow am Department of German der University of Wisconsin–Madison (USA)
• 2005 Promotion im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der MLU Halle-Wittenberg
• 2001-2003 wiss. Mitarbeiterin in der DFG-Forschergruppe „Selbstaufklärung der Aufklärung” am IZEA der MLU, Halle
• 1992-1998 Magisterstudium der Germanistischen Literatur-, Sprachwissenschaft und Kunstgeschichte an der MLU Halle-Wittenberg

Forschungsschwerpunkte:
• Wissensvermittlung/ Wissenstransfers
• Medien und Medialität des Wissens: Wissensformate/ -formatierungen/ –gattungen und ihre Geschichte (u.a. zu disputatio, Preisfrage, Kalender, Tagebuch, Tabelle, „Fall“-Geschichte, Cliffhanger)
• Das Experiment als Kampfruf, Metapher, Praktik in Literatur und Naturwissenschaften des 18.-20. Jh. (z.B. Experimentalvorlesung, Experimentierkästen, Hörsaalarchitektur, Experimentalroman und -theater, Essay)
• Theorie und Geschichte erzählender Gattungen
• Zeitschriftenforschung, insbes. Serialität, Fortsetzungsliteratur, Literaturkritik
• Literarische Subjekt- und Kollektivkonstruktion (literarische Anthropologie, frühe Kriminalerzählungen, narrative Subjekt- und Völkerphysiognomie)

Publikationen:
– Monographien und Herausgeberschaften:
• Archiv für Begriffsgeschichte, Themenheft: Metaphorologien der Exploration und Dynamik 1800/1900. Historische Wissenschaftsmetaphern und die Möglichkeiten ihrer Historiographie. Hrsg. von Gunhild Berg, Martina King und Reto Rössler. Hamburg (Meiner) 2018. Im Erscheinen.
• Zwischen Literatur und Journalistik. Generische Formen in Periodika des 18. bis 21. Jahrhunderts. Hrsg. von Gunhild Berg, Magdalena Gronau und Michael Pilz. (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; 343). Heidelberg (Winter) 2016.
• Berechnen/Beschreiben. Praktiken statistischen (Nicht-)Wissens 1750-1850. Hrsg. von Gunhild Berg, Zsuzsanna Török und Marcus Twellmann. (= Historische Forschungen; 104). Berlin (Duncker & Humblot) 2015.
• Wissenstexturen. Literarische Gattungen als Organisationsformen von Wissen. Hrsg. von Gunhild Berg. (= Berliner Beiträge zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte; hrsg. von Lutz Danneberg und Ralf Klausnitzer; 17). Frankfurt/Main, Berlin, Bern (Lang) 2014.
• Jakob Friedrich Dyckerhoff: Collegium über Naturlehre und Astronomie bei Georg Christoph Lichtenberg, Göttingen 1796/1797. Ein Skizzenbuch der Experimentalphysik. Hrsg., eingel. u. komm. von Gunhild Berg. (= Lichtenberg-Studien; 15). Göttingen (Wallstein) 2011.
• August Wilhelm Iffland: Die Marionetten. Lustspiel in einem Aufzuge. Mit einem Nachwort hrsg. von Gunhild Berg. (= Theatertexte; 21). Hannover (Wehrhahn) 2009.
• Gunhild Berg: Was soll nur aus dir werden? Alte und neue Antworten in Berufsratgebern für GeisteswissenschaftlerInnen. (= Working Paper Series, hrsg. vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten; 21) (= Research Notes, hrsg. vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten; 16) 2008.
• Gunhild Berg: Erzählte Menschenkenntnis. Moralische Erzählungen und Verhaltensschriften der deutschsprachigen Spätaufklärung. (= Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung; 30). Tübingen (Niemeyer) 2006.
– Neueste 10 Aufsätze:
• Gunhild Berg: „Zirkuläre und lineare Modelle literarischer Produktion. Literaturkritik als Digestivum für den ‚Hungrigen Gelehrten‘“, in: Das achtzehnte Jahrhundert. Supplementa: Literaturkritik um 1700, hrsg. von Barry Murnane, Christoph Schmitt-Maass und Stefanie Stockhorst. 2018 (im Druck)
• Gunhild Berg: „Die verführte Unschuld. Episteme des ‚Falls‘ und Präsoziologie des ‚Kasus‘ in moralischen Fallerzählungen der Spätaufklärung“, in: Fallgeschichte[n] als Narrativ zwischen Literatur und Wissen. Hrsg. von Martina King und Thomas Wegmann. (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft. Germanistische Reihe; 83). Innsbruck (Innsbruck University Press) 2016, S. 63-94.
• Gunhild Berg: „Das generische Potenzial der Journale. Zum Problemhorizont des Bandes“ (zusammen mit Magdalena Gronau und Michael Pilz), in: Zwischen Literatur und Journalistik. Generische Formen in Periodika des 18. bis 21. Jahrhunderts. Hrsg. von G.B., Magdalena Gronau und Michael Pilz. Heidelberg (Winter) 2016, S. 7-26.
• Gunhild Berg: „Generische Wissensordnungen im Medienformat: ‚Magazin‘-Zeitschriften um 1800“, in: Zwischen Literatur und Journalistik. Generische Formen in Periodika des 18. bis 21. Jahrhunderts. Hrsg. von G.B., Magdalena Gronau und Michael Pilz. Heidelberg (Winter) 2016, S.89-110.
• Gunhild Berg: „Das Nichtwissen der Statistik: Nationalphysiognomik in der Literatur der Aufklärung, Romantik und des Realismus“, in: Berechnen/Beschreiben. Praktiken statistischen (Nicht-)Wissens 1750-1850. Hrsg. von G.B., Zsuzsanna Török und Marcus Twellmann. Berlin (Duncker & Humblot) 2015, S. 121-139.
• Gunhild Berg: „Jährlich, neulich, künftig: Zur Synchronisierung von kanonisiertem, aktuellem und zukünftigem Wissen aus der Naturkunde in Kalendarik und Prognostik des ‚Göttinger Taschen-Calenders‘“, in: Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge, 28 (2014): Naturkunde im Wochentakt. Zeitschriftenwissen der Aufklärung, hrsg. von Tanja van Hoorn und Alexander Košenina, S. 45-63.
• Gunhild Berg: „Chronotopisch magaziniertes Wissen. Zeitschriften als statisch-dynamische ‚Vorrathskammern des menschlichen Verstandes‘“, in: Sprache und Literatur 45 (2014) 2, SH: Zeitschrift als Archiv, hrsg. von Nicolas Pethes und Susanne Düwell, S. 5-24
• Gunhild Berg: „,Die Fortsetzung folgt künftig‘. Serielle Erzählstrategien in Moralischen Wochenschriften“, in: Zeitschriftenliteratur / Fortsetzungsliteratur. Hrsg. von Nicola Kaminski, Nora Ramtke und Carsten Zelle. (= Bochumer Quellen und Forschungen zum 18. Jahrhundert; 6). Hannover (Wehrhahn) 2014, S. 59-77.
• Gunhild Berg: „Literarische Gattungen als Wissenstexturen. Zur Einleitung und zur Konzeption des Bandes“, in: Wissenstexturen. Literarische Gattungen als Organisationsformen von Wissen. Hrsg. von G.B. (= Berliner Beiträge zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte; hrsg. von Lutz Danneberg und Ralf Klausnitzer; 17). Frankfurt/Main, Berlin, Bern (Lang) 2014, S. 1-19.
• Gunhild Berg: „Der deutschsprachige Experimentalroman. Begriff und Wissenstextur einer (nicht)existenten Gattung narrativer ‚Studien‘“, in: Wissenstexturen. Literarische Gattungen als Organisationsformen von Wissen. Hrsg. von G.B. (= Berliner Beiträge zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte; hrsg. von Lutz Danneberg und Ralf Klausnitzer; 17). Frankfurt/Main, Berlin, Bern (Lang) 2014, S. 247-276.

Vollständiges Publikationsverzeichnis als pdf

Lehrerfahrung:
– Universität Innsbruck:
• VO „Neuere Literaturgeschichte (1680-1848): Orte der Literatur“ (SoSe 2017)
• PS „1891/92“ (SoSe 2017)
• SL 1 „Einführung in das Studium der Germanistik I: NDL“ (SoSe 2017, WiSe 2016/17, SoSe 2016, WiSe 2015/16)
• PS „Soziale Literatur“ (WiSe 2016/17)
• PS „Lyrik des 18. Jahrhunderts“ (SoSe 2016)
• PS „Gottfried August Bürger“ (SoSe 2016)
• PS „Bürgerliches Trauerspiel“ (WiSe 2015/16)
• SE „Fahrendes Volk. Literaturvermittler des 18. und frühen 19. Jahrhunderts“ (SoSe 2015)
• PS „Naturalismus“ (SoSe 2015)
• SL 1 „Einführung in das Studium der Germanistik“ (je doppelzügig im WiSe 2014/15, SoSe 2014, WiSe 2013/14)
• PS „Reisen ins Unbekannte. Utopie, Reiseliteratur und sozialer Roman im 18. Jahrhundert“ (WiSe 2014/15)
• PS „Geselliges Erzählen. Erzählzyklen von Goethe, Wieland und E. T. A. Hoffmann“ (SoSe 2014)
• PS „Literarische Epochen des Jahres 1774: Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, frühe Schauerromantik“ (WiSe 2013/14)
– Universität Konstanz:
• PS „Der Cliffhanger. Geschichte, Funktionen, Theorie“ (SoSe 2013)
• PS „Eine Mediengeschichte der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts“ (WiSe 2012/13)
• PS „Experiment und Literatur (1880-1939)“ (SoSe 2012)
• PS „Das Jahr 1774“ (WiSe 2011/12)
• PS „Zwischen Kulturbetrieb und Avantgarde: der Ingeborg-Bachmann-Preis 1977-2011“ (SoSe 2011)
• PS „Magier kontra Naturwissenschaftler. Experimentatoren in der Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert“ (WiSe 2010/11)
• PS „Puppen, Maschinen, Automaten. Künstliche Menschen auf den Bühnen von Literatur und Theater vom Barock bis zur Romantik“ (SoSe 2010)
• PS „Erzählformen der Aufklärung“ (WiSe 2009/10)
• AG „Experiment und Literatur“ (WiSe 2009/10)
– Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg:
• HS „Goethes Wahlverwandtschaften“ (zus. mit Rainer Godel) (SoSe 2009)
• PS „Moralische Erzählungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts“ (WiSe 2004/05)

Betreute Abschluss- und Qualifikationsarbeiten:
– Bachelor-Arbeiten:
• „Die narrative Darstellung Gottfried August Bürgers in den Biographien“ (Maria K. Wurm, Univ. Innsbruck, SoSe 2017)
• „Traum – Wahn – Geisterwelt. Fantastisches in der Schauerromantik“ (Evelin Ferrari, Univ. Innsbruck, SoSe 2017)
• „Die Naturwissenschaften in Gottfried Kellers ‚Sinngedicht‘“ (Anika Teubner, Univ. Konstanz, SoSe 2013)
• „Metaphorische Dimensionen der Berliner Mauer. Untersuchung zum Diskurs der ‚Mauer in den Köpfen‘ und der Debatte um die East Side Gallery“ (Katharina Andrea Hertfelder, Univ. Konstanz, SoSe 2013)
• „Novalis‘ ‚Hymnen an die Nacht‘. Die Bedeutung von Zeit und Raum für die ‚erleuchtete‘ Nacht“ (Ellen Schonter, Univ. Konstanz, SoSe 2012)
• „Literarische Kindererziehung in der Zeit der Aufklärung. Am Textbeispiel ‚Robinson der Jüngere‘ von J. H. Campe“ (Magdalena Kieser, Univ. Konstanz, WiSe 2011/12)
• „Die Experimentalisierung der Ästhetik im 19. Jahrhundert“ (Kerstin Scholl, Univ. Konstanz, WiSe 2011/12)
• „Goethes Mignon-Figur. Ein Vergleich zwischen Ballade und Roman“ (Matthias Güntert, Univ. Konstanz, WiSe 2009/10)
– Master-Arbeiten:
• „Rollenbilder in Sophie von La Roches Briefroman ‚Geschichte des Fräuleins von Sternheim‘“ (Monika Pircher, Univ. Innsbruck, WiSe 2015/16)
• „Von Nordstetten nach Amerika. Zum Amerikabild in Berthold Auerbachs Dorfgeschichten“ (Julia Bernard, Univ. Konstanz, WiSe 2012/13)
– Diplom-Arbeit:
• „Gerhard Köpfs ‚Vergegenkunft‘“ (Stefanie Höpfner, Univ. Innsbruck, WiSe 2014/15)
– Dissertation:
• „Eine Literaturgeschichte des ‚Versuchs‘“ (Nicole Rettig) (außerordentliches Promotionsrecht an der Univ. Konstanz) (Die Arbeit wurde infolge einer schweren Erkrankung der Kandidatin nicht beendet.)