Tool des Monats: Audacity

Audiobearbeitung für Zuhause

  • Software (Download notwendig)
  • kostenlos
  • keine Registrierung notwendig
  • ohne Internet verwendbar

Aufnehmen und Editieren von Audiodateien

Klang, Musik oder Sprachaufnahmen: mit beinah allem, was hörbar ist arbeitet die Software Audacity,  welche die Möglichkeit eines vollwertigen Tonstudios für Zuhause bietet und ist daher auch unser Tool des Monats. Audacity ermöglicht es, Sound aufzunehmen und zu editieren. Auf der Webseite wird mit einer kurzen Einarbeitungszeit und einer schnellen und effektiven Bearbeitung geworben. Des Weiteren sollen die Musik- und Sprachaufnahmen mit Audacity noch weiter verbessert werden. Ob die Software hält, was sie verspricht, schauen wir uns in diesem Beitrag etwas genauer an.

Installation: Windows, Mac OS X oder Linux?

Zuallererst: Auf der Webseite erhält man Hilfe, um „in wenigen Schritten zur Einsatzfähigkeit“ zu gelangen. Für jedes Betriebssystem (Windows, Mac OS, Linux) findet man detaillierte Anleitungen, die in wenigen Schritten erklären, wie Audacity installiert wird. Doch auch ohne die Anleitungen ist die Installation unkompliziert und selbsterklärend durchzuführen.
Außerdem erhält man nach der Installation noch ein umfangreiches Hilfsangebot: Schnellhilfe, Handbuch und Forum unterstützen die Nutzer*innen bei der weiteren Verwendung von Audacity. Nach dem Öffnen der Software erscheinen sofort die vielzähligen Funktionen und Werkzeuge. Um ein Verständnis für die Grundfunktionen zu bekommen, bietet der Artikel „Erste Schritte“ einen guten Überblick.  

Audacity im Einsatz - Aufnehmen und Editieren

„Die erste Aufnahme“

In diesem Abschnitt wird in sieben Schritten erklärt, wie mithilfe von Audacity eine Aufnahme erstellt werden kann.

Schritt 1: Aufnahmemedium aktivieren

  • Aufnahmemedium (Instrument/Mikrofon) anschließen
  • Alternativ: internes Mikrofon des Laptops benutzen

Schritt 2: Einstellungen bearbeiten

  • Projektfrequenz (Angabe über die Herzanzahl der Aufnahme)
  • Standardeinstellung: 44100 Hz (ideal für qualitativ hochwertige MP3-Dateien oder das Erstellen von Dateien für Audio-CDs)

Schritt 3: Pfad für temporären Speicher auswählen

  • Computer verfügt über eine Festplatte: keine weiteren Einstellungen vornehmen
  • Computer verfügt über mehrere Festplatten: die schnellste und größte Festplatte auswählen (Bearbeiten →  EinstellungenVerzeichnisse)

Schritt 4: Zwei weitere kleine Einstellungen

  • „Oberdub“: Aktivieren von „Oberdub“, um aus mehreren Quellen gleichzeitig aufnehmen bzw. deaktivieren, um aus einer Quelle (z.B. Mikrofon) aufzunehmen
  • „Pegelgesteuerter Aufnahme“: Deaktivieren ermöglicht manuelles Pausieren der Aufnahme.

Schritt 5: Auswahl von In- und Output

  • Einstellung Mono: Aufnahme mit Gitarre/Mikrofon
  • Einstellung Stereo: Aufnahme von Klaviermusik etc.
 

Schritt 6: Test der Einstellungen

  •  „Erzeugen“ → „Tongenerator“ → „Built-in Effect: Tone“
  • Leertaste drücken, um Ton abzuspielen

Schritt 7: Testaufnahme starten

  • “Aussteuerungsanzeige aktivieren“ →  kleiner vertikaler Pfeil unterhalb des Mikrofons 
  • Lautstärke der Aufnahme einstellen: linker Pegel zur Anpassung der Lautstärke (Idealpegel -6dB)
  • Aufnahme starten: roten Aufnahme-Button drücken; Aufnahme stoppen: Stop-Button

„Die erste Aufnahme” ist nun im Optimalfall erzeugt und kann anschließend abgespeichert werden. Mit Audacity können jedoch nicht nur Aufnahmen erstellt, sondern ebenfalls bearbeitet werden. Hierzu werden verschiedene Werkzeuge benötigt, die unterschiedlich komplex aufgebaut sind. Auf der Webseite von Audacity werden die vier Grundfunktionen für das „Editieren einer bestehenden Audiodatei“ erläutert: Importieren, Zuschneiden, Effekte hinzufügen und Exportieren.
Des Weiteren wird erklärt, wie ein Loop erstellt werden kann, bei dem ein Musikstück oder eine Sprachaufnahme immer wieder von vorne abgespielt wird.

Die Anleitungen für das „Editieren einer bestehenden Audiodatei“ und „Looping“ findet ihr hier.
Außerdem gibt es hier noch weitere Sammlung von detaillierten Anleitungen, die allerdings nicht alle auf Deutsch verfügbar sind.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Audacity hat definitiv Potential, Eingang in den Unterricht zu finden.  Einige Anwendungsszenarien stellen wir im Folgenden kurz vor.

Einsatz im Musikunterricht

Im Musikunterricht kann die Software zum Erstellen oder Bearbeiten von Sounddateien verwendet werden. Die Schüler*innen können somit auf experimentelle spielerische Art und Weise einen neuen Zugang zum Thema Sound erhalten. Es ist jedoch eine technische Einweisung notwendig, da sich das Programm nicht von selbst erklärt und einige Funktionen recht anspruchsvoll in der Umsetzung sind. Hierfür sind verschiedene Szenarien denkbar: ein Mini-Workshop, den die Lehrkraft gestaltet oder Kleingruppenarbeiten, bei denen sich die Schüler*innen gegenseitig unter die Arme greifen können. In jedem Fall sollte genug Zeit eingeplant werden, um ein Gefühl für die Arbeit mit Audacity zu entwickeln. Zuallererst muss jedoch die notwendige Technik zur Verfügung stehen. Laptop, Computer oder Tablet – auf allen Geräten kann Audacity installiert werden. Internet wird nach der Installation nicht benötigt, was einen Vorteil für viele Schulen darstellt.

Einsatz im fächerverbindenen Unterricht

Auch im fächerverbindenden Unterricht bietet sich die Arbeit mit Audacity an: Es können beispielsweise Musikaufnahmen mit Sprachaufnahmen kombiniert werden, selbst eingesprochene Gedichte mit Sound unterlegt werden und vieles mehr. Hinzu kommt, dass die Schüler*innen so auch etwas über die GEMA-Rechte und lizenzfreie Werke erfahren können. Vielleicht lieber selbst einen Song schreiben und aufnehmen? Dann erledigt sich die rechtliche Herausforderung von selbst.
Des Weiteren kann Audacity für die Erstellung von Podcasts im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht genutzt werden. Im Fach Deutsch als Fremdsprache können Aussprache- und Leseübungen mit Audacity unterstützt werden. Beim Lesen mit Betonung und dem Schwerpunkt auf Ausdrucksweise können die Lernenden die Aufnahmen zur Selbstanalyse oder als Feedback-Material nutzen. Audacity ermöglicht somit viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten – von der rezeptiven bis hin zur produktiven  Nutzung oder man kombiniert beides miteinander. Der Kreativität also (fast) keine Grenzen gesetzt!

Fazit und Hinweise

Wie bereits zu Beginn des Blogeintrags erwähnt, wurde auf der Webseite von Audacity mit einer kurzen Einarbeitungszeit und einer schnellen und effektiven Bearbeitung geworben. Durch die Hilfestellungen der “Ersten Schritte” auf der Webseite ist es tatsächlich möglich, sich relativ schnell in das Programm einzuarbeiten. Die Grundfunktionen sind rasch erlernt, wenn es jedoch um Feinheiten geht, wird selbstverständlich mehr Zeit benötigt. Des Weiteren wurde damit geworben, dass Musik- und Sprachaufnahmen mit Hilfe von Audacity noch weiter verbessert werden können. Es gibt diverse Funktionen, wie “Rauschentfernung” oder “Kompressor”, die dazu beitragen, Songs aufzupolieren. Somit kann Rauschen entfernt und Übersteuerungen behoben werden. Die Software Audacity hält somit, was sie verspricht.
Alles in allem: Eine großartige Software, wenn man kein eigenes Tonstudio besitzt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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